Krankheitskonzept

Das Krankheitskonzept​

Psychotherapie Verhaltenstherapie Coaching München Mirjam Leibrecht

Die Psychotherapie als Leistung setzt im deutschen Gesundheitssystem (soweit es die Krankenkassen angeht) die Diagnose einer psychischen Krise oder Erkrankung voraus sowie eine Indikation, also eine Behandlungsempfehlung, die sich aus dieser Diagnose ergibt. Die Diagnose ergibt sich wiederum durch das Zutreffen einer bestimmten Anzahl von Kriterien (Symptomen). Hier kommt das Krankheitskonzept zum Einsatz:

Unser Gesundheitssystem benötigt den Krankheitsbegriff zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der Kommunikation und dient damit der Sicherstellung der Qualität medizinischer und psychotherapeutischer Behandlungen. Durch die Zuteilung einer einheitlichen Diagnose soll außerdem eine möglichst faire Regelung der Kostenübernahme von Behandlungen durch die Krankenkassen geschaffen werden (Verteilungsgerechtigkeit). Aus der Perspektive sozialer Gerechtigkeit und des sozialen Rechts macht das Krankheitskonzept daher durchaus Sinn. Im Alltagsgebrauch führt das Krankheitskonzept dagegen oft zu unerwünschten Effekten wie Versimpelung, Dramatisierung und Stigmatisierung. Es schürt Ängste und Missverständnisse und fokussiert meist nur auf einen einzigen Begriff (z.B. Depression), welcher allerdings nicht den Anspruch erheben kann, Ihre ganz individuelle gegenwärtige Lebenssituation ausreichend zu beschreiben.

In meiner Praxis für Psychotherapie und Coaching in München und während Ihrer Behandlung möchte ich daher weitestgehend Abstand von Diagnosen nehmen und sie stattdessen am gegenwärtigen Punkt Ihrer individuellen Entwicklung und Lebenssituation unterstützen.

Symptome sind Ausdruck unserer aktuellen (und vergangenen) Lebenssituation und immer im Zusammenhang mit unseren Lebensumständen (Umwelt), unserer Persönlichkeit (Psyche) und unserem Körper (Biologie) zu verstehen. Außerdem spielen unsere Erfahrungen (Lerngeschichte) eine fundamentale Rolle, denn sie prägen unser Verhalten langfristig.

Beim Erhalt und der Entstehung Ihres psychischen Wohlbefindens, aber auch bei der langfristigen Verbesserung Ihrer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) spielt der Krankheitsbegriff keine Rolle und soll es deshalb auch während Ihrer Behandlung nicht.